Museumsarchitektur

Das Museum für Architekturzeichnung liegt auf dem Gelände des Pfefferbergs in Berlin-Prenzlauer Berg. Das Areal wurde 1848 für die Brauerei Pfefferberg erschlossen und weist eine wechselvolle Geschichte auf. Seit 1990 haben sich in den meist unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden Kultureinrichtungen, Galerien und Künstlerateliers angesiedelt.

Das Museum präsentiert sich als viergeschossiger Massivbau mit einem gläsernen Staffelgeschoss. Die auffällige Brandwandbebauung schließt eine Zeile typischer Berliner Altbauten ab. Der aufgesetzte Glaskörper kragt etwa einen Meter aus; in den darunter liegenden Geschossen bilden geschlossene Erker abwechselnd auf der Straßen- und der Hofseite Auskragungen in unterschiedlichen Winkeln. Oberhalb der tiefen Eingangsnische schafft eine große, verglaste Loggia die einzige transparente Öffnung in der Betonfassade.

Gefärbter Beton und Glas bilden die Fassaden des Gebäudes, eine Kombination, die unter verschiedenen Aspekten kontrastreich und vielschichtig ist. Sowohl die plastische Gestaltung des Betons als auch seine Herstellung und der konstruktive Einsatz sind bemerkenswert und prägen neben der Kubatur das außergewöhnliche Erscheinungsbild des Museums. Die geschlossene Gebäudeoberfläche ist dekoriert mit stark vergrößerten Fragmenten architektonischer Skizzen in Reliefform. Die überdimensionierten Linienzeichnungen verweisen auf die Nutzung des Gebäudes als Ausstellungsort und Archiv. An vielen Stellen im Inneren des Museums kehren die Gestaltungselemente der Fassade wieder und manifestieren den Designcode des Hauses; diesem Prinzip folgen auch die eigens entworfenen Türbeschläge.

Durch eine große, tief kannelierte Holztür gelangt der Besucher in das Museumsfoyer, das mit großformatigen handgeschnitzten Wandtafeln und Einbauten aus Nussbaumholz auf die Wirkung von Architekturzeichnungen einstimmt. Im ersten und zweiten Obergeschoss sind Kabinetträume geschaffen worden, die ein ungestörtes Studium der Werke ermöglichen und das schädigende Tageslicht fernhalten. Eine großzügig verglaste Loggia im zweiten Obergeschoss bietet dagegen Gelegenheit für eine Unterbrechung des Rundgangs. Im dritten Obergeschoss befindet sich das Archiv der Stiftung. Das hinter einer Ganzglas-Doppelfassade größtenteils transparente Staffelgeschoss gibt einen ungehinderten Blick auf das lebendige Altbauumfeld am Teutoburger Platz frei. Es dient als Büro und Besprechungsraum der Museumsdirektion.

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